Formel 1: Weniger Volksfest sondern eher „Kirmes“?

Eigentlich ist das, was man derzeit auf dem Gebiet des Sportes wahrnehmen kann,  nur ein „Zeitzeichen“. Es ist die vollkommene Ausrichtung auf eine Kommerzialisierung des Sports. Eine neue Generation richtet sich auf die Nutzung von „Künstlicher Intelligenz“ ein und handelt dann schon mal ein wenig „kopflos“.

Da wechselt ein guter Formel 1-Fahrer sein Team und die Aktien des neuen Arbeitgebers – ab 2025 wird der Wechsel sein(!) - boomen aktuell, der Firmenwert steigt in den Aktien-Himmel! - Ist das normal?

Es macht die ganze Primitivität der „modernen Entwicklung“ hin zu einer oberflächlichen  Betrachtung von Situationen deutlich. Dazu gehört z.B. auch, dass eine Sport-Organisation den Neueinstieg eines Neueinsteigers in „ihre“ Serie eindeutig aus „kaufmännischen Überlegungen“ ablehnt! Wir erleben das gerade in der Formel 1, wo man sich gegen einen Neuzugang des Andretti-Teams sperrt. - Das „schlüssige“ Argument:

  • Der Einstieg eines 11. Teams in die Formel 1 würden „keinen Nutzen“ (!) bringen!

Die FIA, die sich als Weltverband der Motorsports empfindet, hatte die Frage, ob man einem Andretti-Team den F1-Einstieg gestatten sollte, bisher noch offen gelassen, aber doch eine positive Einstellung erkennen lassen. - Man gab sich „vorsichtig abwartend“! - Wahrscheinlich, weil man sich auch dort inzwischen am „Mainstream“ orientiert. Da äußert man sich nicht klar und eindeutig!

Der „Mainstream“ wird in unserer Zeit von Leuten bestimmt, die sich Ferrari-Aktien kaufen, weil ein guter, bekannter Formel 1-Fahrer von Mercedes zu Ferrari wechselt. - Ein Beispiel für zeitgerechte Normalität?

So „verkommt“ so manche Art Motorsport, bei der man sich in Zukunft nicht wundern sollte, wenn dort an den immer größer werdenden „Palästen“ im jeweiligen F1-Fahrerlager dann mal ein Aushang zu finden sein wird, auf dem man lesen kann:

Junger Mann zum Mitreisen gesucht!

Das ist nun mal in „Kirmes-Kreisen“ ein Stück der Normalität! Wir leben nun mal in einer Zeit der Gleichmacherei. „BoP“ – gleich welcher Art – wohin man schaut. Um die Spannung für die Zuschauer zu erhöhen. - Und natürlich ein „Safety-Car“! - Übrigens eine amerikanische Idee! - Um „unauffällig“ korrigierend eingreifen zu können!

Der eigentliche Sport wird als Angebot für den Zuschauer als nicht mehr ausreichend empfunden. Da muss ein passendes, „modernes“ Rahmenprogramm geboten werden. - Event, Event!

  • Könnte man nicht einen Moto-GP-Lauf in ein Musical, wie z.B. „König der Löwen“, einbauen?

Selbst eine Sportveranstaltung wie die Moto GP, kommt doch heute kaum noch ohne einen guten Regisseur aus! - Man macht passend! - Der Bessere soll gewinnen? - Das war „früher“ mal! - Schnee von gestern!

Junge, dynamische Leute – auf die sich das Interesse vieler Veranstalter und Marketing-Spezialisten richtet – die wollen den „Genuss der neuen Zeit“. - Sagt man! - Darum ist auch eine Entwicklung wie wir sie gerade am Nürburgring im so genannten „Breitensport“ erleben eigentlich „zeitgemäß“. - Niemand protestiert! - Die Kaufleute haben das Sagen! - Und man wirft „viele Förmchen in den Sandkasten“ Sport!

  • Proteste sind heute nur noch nach „politischer Anregung“ zur Ablenkung möglich und straffrei!

Ich persönlich habe noch einen Prinzen Bira in der Formel 1 fahren sehen. Wie kam der da eigentlich hin? - Wer hat den zugelassen? - Der hat sich einfach einen Serien-Formel 1 von Maserati gekauft! - Später hat er dann an Segel-Wettbewerben teilgenommen! - Weil ihm das einfach Spaß machte! Das hat alles sicherlich viel Geld gekostet! - Hatte der! - Der hat sich den Sport etwas kosten lassen!

  • Das war „Gestern“! - Im „Heute“ verdient man mit dem „Sport“ Millionen!

Unmöglich, so ein Prinz Bira! - Der hat einfach mit einem „normalen“ Formel 1-Wagen „seinen Sport“ betrieben! Jeder – der Geld und Spaß daran hatte - konnte das früher! - Das wäre heute nicht mehr möglich! - Ein Agostini könnte heute auch nicht mehr mit einer „MV“ in vielen Rennen hintereinander mit einem Riesen-Vorsprung siegen! - Dem Zuschauer von damals hat’s gefallen!

  • „Der Bessere soll gewinnen“? - Eine überholte „unmoderne“ Einstellung!

Natürlich wird der Motorsport heute immer noch mit Motorsport – exakt wie damals – benannt. Es gibt auch immer mehr wichtige Organisationen, die sich als „Hoheit“ empfinden, vielseitige Reglemente und Gebote erstellen und dafür Gebühren kassieren.

  • Aber der Sport – auf allen Gebieten – ist verglichen mit „früher“ eigentlich „ärmer geworden“.

Nein, früher war nicht alles besser! - Nur die Bezeichnungen waren zutreffender! - Zu dem was – und wie es – heute als „Sport“ betrieben wird, sollte man neue Bezeichnungen finden. Es gibt doch inzwischen tolle Agenturen, die sich mit der Schaffung von Marken-Namen selber einen Namen geschaffen haben!

Warum wird heute z.B. nicht der ADAC-Beitrag gleich „staatlicherseits“ mit vom Monatslohn abgezogen? Immerhin hat dieser Verein doch inzwischen 21,5 Millionen Mitglieder in Deutschland und damit mehr, als aktuell die Katholische Kirche!

  • Es gibt Anlass, viele Dinge heute neu zu denken, weil sie nicht mehr in die Zeit passen!

Man sollte aber wenigstens alte Bezeichnungen ändern, wenn sie nicht mehr zutreffen!

MK/Wilhelm Hahne

Tags: 

Durchschnitt: 4.7 (bei 48 Bewertungen)

Kategorie: 

+ Hinweis für Leser – nicht nur an einem Abonnement Interessierte! +

 

Lieber Leser,

 

Motor-KRITIK ist vollkommen werbefrei, aber – darum – auch ein wenig abhängig von seinen Lesern. - Oder anders: Von Einnahmen. - Nicht alle Leser mögen sich gleich für ein Abo entscheiden.

Wenn Sie ab und an mal auf diesen Seiten vorbei schauen und Ihnen der hier gebotene investigative Journalismus gefällt, dann machen sie doch einfach ihre Zustimmung durch eine kleine Spende deutlich. - Auch kleine Beträge können – per Saldo – eine große Hilfe und Unterstützung sein!

Meine Kontendaten – auch wenn Sie Abonnent werden wollen - finden Sie HIER.

 

Danke!