NLS-12h: Aus Fehlern lernen & richtig korrigieren!

Hier in Motor-KRITIK wurde das Thema zwar schon behandelt. Vorher war zu dieser Veranstaltung in der Öffentlichkeit praktisch nur Lobhudelei zu hören. Nach der Kritik hier auf diesen Internetseiten hat es dann auch – sehr wohl nach entsprechenden Gesprächen und wohl in Abstimmung mit dem Veranstalter – auf anderen Internetseiten berechtigte Kritik an der Art der Durchführung dieses 12-Stunden-Rennens gegeben.

  • Was jetzt auf anderen Seiten als Kritik erscheint, ist sicherlich - auch – berechtigt und lässt die Verantwortlichen für diese Veranstaltung insgesamt sicherlich nicht gerade intelligent erscheinen.   

Was dann aber weiter als Vorschläge zur Verbesserung geäußert wird, ist dann schon wieder von der Meinung der derzeit Verantwortlichen für dieses eigenartige 12h-Rennen beeinflusst, das offensichtlich nach dem Motto entwickelt wurde: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht! -

In unserem tiefgreifend vom Computer beeinflussten Zeitalter scheint dazu geradezu eine Verpflichtung zu bestehen. - Motor-KRITIK sieht sich also veranlasst, sich nochmals des Themas anzunehmen und bei Zitierung der inzwischen gemachten Vorschläge einmal auf eine Verpflichtung gegenüber der technischen Realität und den Zuschauern, den Fans hinzuweisen.

  • Die Veranstalter sollten sich an der Realität orientieren und nicht versuchen, sich als Schöpfer neuer Versionen von Langstreckenrennen zu profilieren. Sie sind – wie das Beispiel 12h-Rennen zeigt, nicht die Götter des Nürburgring-Langstrecken-Motorsports, sondern deren „böse Geister“!

Ein 12h-Rennen sollte eigentlich immer ein 12h-Rennen sein! - Warum sollte man es – aus welchen Gründen – in zwei Zeitabschnitte von je 6 Stunden teilen?  Man könnte genau so gut auch drei 4h-Rennen zu einem 12h-Rennen zusammen fassen.

Ich möchte hier nicht zum Hintergrund spekulieren, der zu einer solch irren „Gestaltung“ eines 12h-Rennens führte. Offenbar versucht heute jeder Verantwortliche aus einer gewissen Position heraus, sich ein Denkmal zu setzen. - Für die Ewigkeit!

So wie die visionäre Leistung eines Kurt Beck in die Geschichte des Nürburgrings eingegangen ist, so wird auch die Leistung eines sportlichen Leiters der VLN/NLS in die Geschichte einer seit Jahrzehnten bestehenden Breitensportserie eingehen.

Es gab am Ende dieses Rennens, das von mir schon in einem Beitrag dazu als Farce bezeichnet wurde, nicht nur ein korrigiertes Gesamtergebnis, sondern es mussten auch Klassen-Ergebnisse neu gestaltet werden. Wobei nach draußen der Eindruck erweckt wurde, dass nun alles seine Richtigkeit hat.

  • Wozu gibt es auch eine Zeitnahme? - Aber ein Protest gegen die Zeitnahme ist nicht zulässig!

So soll z.B. der Re-Start zum zweiten Teil des 12h-Rennens ordnungsmäßig erfolgt sein. Leider gab es dann – nach offizieller Darstellung – „einen Bedienungsfehler“ bei der Ampel an der Boxengasse. Vorher hatte es allerdings schon einen Bedienungsfehler beim Anlaufen der Uhr gegeben, die nach Durchfahrt des zuerst gestarteten Fahrzeugs, des Porsche mit der Start-Nummer 3. nicht anlief.

Man darf also festhalten, dass es bei Erstellung der Ausschreibung zu diesem etwas eigenartigen 12h-Rennen nicht nur Bedienungs-, sondern auch Denkfehler gab. Die Feststellung hier in Motor-KRITIK, dass dieses 12h-Rennen also insgesamt wohl eher als eine „Farce“ , ein „derb-komisches Lustspiel“, empfunden werden sollte, war also keinesfalls unbegründet.

  • Obwohl die Fehlerhaftigkeit bei den angedachten Abläufen eigentlich bei der Kostenhöhe für die Teilnehmer keinen Grund zum Lachen bot!

Ich möchte an dieser Stelle einfach und unkommentiert ein paar Fotos vom Re-Start am Sonntag einfügen, die zunächst die zwei Fahrzeuge zeigt, die nach einer auf Antrag genehmigten Reparatur über Nacht nachstarten mussten und bei ROT dann an der Boxenausfahrt rechts platziert wurden, während die am Ende der ersten Runde zu einem Reifenwechsel herein gekommenen neun  Fahrzeuge dann links Aufstellung nehmen konnten. So hatten sie dann auch ausreichend Zeit noch einmal zu überprüfen, ob auch „DRIVER ID OK“ ist.

Ob der Blutdruck der Driver bei dieser Gelegenheit rauf oder runter gegangen ist, wurde leider nicht festgehalten.

Aber die Organisatoren planen offenbar im „alten Trott“ weiter. So sollen die Abläufe bei einem weiterhin zweigeteilten 12h-Rennen im nächsten Jahr „verfeinert“ werden. Grundsätzlich möchte man aber den Re-Start zum zweiten Teil des Rennens mit Abständen zwischen den Fahrzeugen, wie sie am Vortag am Ende des ersten Teils beim Überfahren der Rennstrecke beibehalten. Grund:

  • Auch Gelegenheitszuschauer sollen die Automobile auch dann so erleben, wie deren Positionen von der Zeitnahme ausgewiesen werden!

Allein diese Argumentation zeigt, dass in der Organisation der NLS wohl nichts begriffen worden ist. Noch niemals war die Position der Fahrzeuge auf der Strecke identisch mit deren Position im Rennen. Schon lange, lange, lange werden die Fahrzeuge in drei Startgruppen mit Minutenabstand gestartet und von der Zeitnahme dann dann fürs Reglement „richtig“ zusammen gerechnet. Gerade bei Regen-Rennen – auch solchen über „nur“ vier Stunden – kann sich die reale Reihenfolge deutlich von der theoretisch richtigen unterscheiden.

  • Aber woher sollen das Funktionäre wissen, die sich beim Denken auf Computer verlassen?

Die KI (Künstliche Intelligenz) entspricht wohl aktuell noch nicht in der Praxis den der Öffentlichkeit immer wieder verkündeten Überlegenheit gegenüber dem menschlichen Intelligenz.

  • Vorschlag für die Praxis der NLS: Köpfe austauschen!
MK/Wilhelm Hahne

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