Diesel-Dilemma: Mehr als ein VW-Skandal?

Es ist keine Frage, dass VW betrogen hat. Damit war Wolfsburg dann mal wieder weltweit führend. So mussten die Wolfsburger dann auch – im Hinblick auf die betrogenen Dieselkunden in den USA –  schon richtig tief in die Tasche greifen. Auch in Europa – also auch in Deutschland – ist das letzte Wort in Sachen Entschädigung noch nicht gesprochen.

Erst recht, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Kommunen das Recht zuerkannt hat, in ihren Städten ganze Straßen oder ganze Viertel für Diesel zu sperren, sofern die Abgaswerte der betreffenden Automobile schlechter als Euro 6 sind. Das wären also Fahrzeuge mit Euro 1 – ab 1992, bis Euro 5 - ab 2011.

  • Darum hatte ich hier schon in den letzten Tagen unter „Aktuell“ darauf hingewiesen, dass man sich beim Neukauf eines Automobils – nicht nur eines Diesel, sondern auch eines Fahrzeugs mit Otto-Motor – nur Automobile bestellen sollte, die bereits jetzt die strenge EURO-Norm 6d oder EURO 6d-TEMP erfüllen.

Auf der ADAC-Internetseite gibt es dazu eine Liste, die im Moment 73 Modelle von 10 Marken auflistet und die in nächster Zeit immer wieder aktualisiert werden soll. (Hier kommt man zur Liste.)

Man sollte aber wissen, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und die vielen Toten, die zur Zeit aus irgendwelchen Umweltdaten und Abgaswerten hochgerechnet werden, nicht zu ernst nehmen.

In Sachen NOX liegt der Diesel zwar bei den Verbrennungsmotoren vorne, er ist aber bei CO2 besser. Und was den Feinstaub betrifft, da sind dann auch alle Otto-Motoren, sofern sie als Direkteinspritzer unterwegs sind, „nicht ganz sauber“.

Wenn man einmal auf den Feinstaubanfall bei Reifen und Bremsen der Automobile blickt, dann ist selbst das immer wieder als  beispielhaft hingestellte E-Automobil nicht ohne Sünde.

Im übrigens scheint jetzt die Stunde derer gekommen, die mit wissenschaftlichen Studien ihr Geld verdienen. - Wie hätten Sie‘s denn gern? - Eigentlich ist deren „Arbeit“ auch ganz einfach: Wer sich für den Umweltschutz einsetzt, hat immer recht!

Aber man muss nicht allen im Moment hoch gehandelten Hochrechnungen glauben, nach denen jedes Jahr tausende oder zehntausende Menschen sterben, weil der hohe Dieselanteil an den bisherigen Zulassungszahlen… - Hinweis von Motor-KRITIK: Es gibt nicht nur Diesel! - Es gibt auch mehr Umweltsünder als Automobile. - Selbst jeder Mensch ist ein CO2-Produzent!

Auch wenn so manche der jetzt aktuellen Hochrechnungen kritisch hinterfragt werden sollte, wird man sich selbst den größten Gefallen tun, wenn man z.B. in nächster Zeit keinen Neuwagen kauft, dessen Gewicht nach Tonnen berechnet wird und so nebenbei noch eine große – zu große -  Fläche des ohnehin knappen Verkehrsraums beansprucht.

Es wäre gut, wenn beim Neukauf eines Automobils wieder die Vernunft dominieren und mehr die rationalen Gründe die Größe und Motorisierung eines Automobils bestimmen würden.

Als Käufer eines Automobils sollte man sich jetzt verantwortungsvoll verhalten. - Das senkt so nebenbei die Kosten!

Die verantwortungslosen, menschenverachtenden Manager der Automobilindustrie wären damit gestraft genug und müssten auf so manchen Euro Boni verzichten.

MK/Wilhelm Hahne
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Vorsicht

"Man sollte aber wissen, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird". Das ist eine Fehleinschätzung der Politik und der Verbraucher. Fanatiker wie Resch (DUH), Baake (Umweltministerium), Hermann (Minister BW) haben erkannt, dass Politik durchaus auf den unteren Ebenen gemacht werden kann mit Themen, die auf den ersten Blick nur was für Spezialisten sind. Wer kennt schon die Gremien, in denen Grenzwerte festgelegt werden? Der "Marsch durch die Institutionen" ist von den Ökoligisten genutzt worden, um ihren Krieg gegen das Auto zu führen. Für diese Fanatiker ist es unerträglich, dass sie nicht vorschreiben können, wer wann wohin fahren darf. Ihr Hass richtet sich gegen eine freie Gesellschaft, in der das Private privat und das Politische politisch ist.

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