2022

Enrico Marioso: Eine Nürburgring-Persönlichkeit!

Zugegeben: Ich hätte nicht gewusst, dass Enrico – wie er allgemein genannt wird – gerade 85 Jahre alt geworden ist, wenn ich nicht die kenntnisreiche Geschichte von Rainer Braun gelesen hätte. Dabei kenne ich Enrico schon lange, so lange, wie er der „gute Geist“ als Oberkellner im „Sporthotel Tribüne“ oder später im „Dorint-Hotel“ war. - Enrico war immer ein Herr. Wir sind auch nach Jahrzehnten unserer Bekanntschaft immer beim „Sie“ geblieben. - Ein Zeichen gegenseitigen Respekts!

Über sein Alter habe ich mir niemals Gedanken gemacht. Er war für mich immer im richtigen Alter, immer ein „Herr“! Seine zum Ausdruck kommende Distanz zum jeweiligen Gast, mit der er ihn als „besser“ akzeptierte, war beeindruckend. Er war genau so, wie sich ein Arbeitgeber im Restaurant-/Hotel-Gewerbe einen idealen Oberkellner vorstellt. Er war hier in der Eifel für seine Arbeitgeber eine lebende Visitenkarte. - Eine, die man nicht vergisst!

Es beschämt mich ein wenig, dass ich diesen Geburtstagstermin von ihm nicht kannte, obwohl doch Enrico jemand war, dem ich oft begegnet bin. Natürlich weiß Rainer Braun die „schöneren Geschichten“ von ihm, ich dagegen die, die ein Rainer Braun nie erzählen würde.

Encrico wohnt schon – aus meiner Sicht – „ewig“ in Müllenbach. Das ist noch weiter „unten“, als jetzt die „Dunlop“-Kurve des Grand-Prix-Kurses. Die „Südschleife“ war schon „damals“ meist geschlossen. Es gab kaum noch Rennen auf dieser Strecke, die auch selbst den damaligen – relativ laschen - Sicherheitsansprüchen nicht mehr entsprach. - Es gab noch nicht einmal Leitplanken auf der „Südschleife“!

Unten in der „Müllenbach-Kurve“ – unweit des Ortes - als auch oben in der „Südkehre“ (die es heute nicht mehr gibt) – unweit des „Sporthotel Tribüne“ - gab es Tore, die fest verschlossen waren.

Als Enrico mal seinen Führerschein verloren hatte, da stand sein Auto dann abends auf der Innenseite des Tores an der „Müllenbachschleife“ geparkt. Morgens fuhr dann Enrico – nach einem kurzen Fußweg hin zum Tor - mit dem Fahrzeug – gegen die eigentliche Fahrtrichtung – hinauf zum Tor an der „Südkehre“. Die letzten 100 Meter zur Arbeitsstelle ging Enrico dann zu Fuß. Immer perfekt gekleidet im schwarzen Anzug. - Und am Abend ging es dann wieder – umgekehrt – zurück.

Enrico hat niemals darüber gesprochen. Ich auch nicht. Mir genügte auch zu wissen, was so insgesamt am „Ring“ so passierte. Abgesehen von dieser „Geschichte“, sind mir keine „Geschichten“ über Enrico bekannt geworden. - Dafür kannte Enrico sicherlich „viele Geschichten“ seiner Gäste. - Er hat sie immer für sich behalten!

Enrico hat in all’ den Jahren hier in der Eifel niemals seinen italienischen Akzent verloren. Auch nicht seine Ruhe. Niemals war er jemals aufdringlich, hat etwas empfohlen, wovon er selbst nicht überzeugt war. - Aber er hat auch niemals etwas Negatives über seinen jeweiligen Arbeitgeber verlauten lassen.

Ich habe ihn erlebt, als er mich mal irgendwo außerhalb seiner „Dienststelle“ daran erinnerte:

„Herr Hahne, ich habe Sie schon lange nicht mehr in unserem Restaurant gesehen. Ich würde mich freuen, Sie bald dort mal wieder begrüßen und beraten zu dürfen.“

Ich habe mich bedankt und ihm erklärt, warum ich ein so seltener Gast geworden war. Er hat aufmerksam zugehört und mich dann – wie ich fand – mit einem Angebot ausgezeichnet, das ich auch heute noch sehr hoch bewerte:

„Wenn Sie beim nächsten Mal zu uns kommen, Herr Hahne, dann koche ich für Sie persönlich in unserer Küche die Spaghetti!“

Ganz toll! - Keine Erklärungen oder Ausreden, keine „Schönrederei“, sondern – aus meiner Sicht – ein einmaliges Angebot! - So war Enrico – und ich bin davon überzeugt, dass er auch heute noch unverändert so ist, wie ich ihn immer erleben durfte. - Er war – und ist - eben ein „Herr“!

  • Danke, Enrico! - Ich habe mich sehr geehrt gefühlt und muss mich heute dafür entschuldigen, Ihren 85. Geburtstag nicht gekannt zu haben!

Herzlichen Glückwunsch, Enrico, zu Ihrem Geburtstag! - Nachträglich! - Auch mit der allergrößten Hochachtung vor Ihrer Lebensleistung!

Inzwischen sind Sie auf einem guten Weg „von Null bis Einhundert“! - Nehmen Sie sich die Zeit, denn Sie sind eine positive Bereicherung  – nicht nur unseres Eifel- - sondern auch Lebens-Umfeldes!

Wilhelm Hahne

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Ist die SIM-Racing-Mania vielleicht schon am Ende?

Eigentlich ist England derzeit ein wenig zurück. Nicht wegen des Brexit, sondern weil die Uhren dort ein wenig anders gehen. Wenn in London der „Big Ben“ 12 Uhr gongt, schlägt es bei uns schon 13! - Uhr, natürlich! - Aber in anderen Dingen liegt England vorne. Es wird nicht nur als Mutterland des Motorsports empfunden, sondern „alle Welt“ spricht derzeit auch die „Sprache des Motorsports: Englisch. - Was einige Briten nicht davon abgehalten hat, sich schon Ende 2015 an Begriffen der griechischen Mythologie zu orientieren, als sich – scheinbar – der Motorsport auch – preisgünstiger - auf Computern simuliert betreiben ließ. - Alles nun virtuell?

In England wollte man nicht abseits stehen, wenn die Entwicklung des Motorsport durch den Computer scheinbar eine neue Dynamik erfuhr. So wurde dort schon Ende 2015…

  • in London eine „SIM Racing Mania Ltd." gegründet.

Man glaubte an eine „moderne“ Entwicklung des Motorsport in eine „virtuelle“ Richtung, weil der Einfluss der Computer-Entwicklung auf alle wichtigen Gebiete des Lebens unübersehbar war. Und war „Mania“ da nicht der optimale Begriff in einem Firmennamen, um zu verdeutlichen, welche dramatische Entwicklung die „virtuelle Art“ des Motorsports wahrscheinlich nehmen würde?

  • „Mania“ bezeichnet in der griechischen Mythologie die Verkörperung des Wahnsinns und der Raserei!

In England hatte man sich nicht davon abschrecken lassen, dass die Vermischung von „virtuell“ und „real“ dann ganz realistisch am Nürburgring im gleichen Jahr – 2015 – für ein wenig „Abkühlung“ gesorgt hatte. - Es gab bei einem Rennen im März 2015 einen Toten, nachdem ein sehr guter „SIM-Racer“ mit einem realen GT3 auf einer realen Rennstrecke einen Unfall hatte.

Der preisgekrönte SIM-Racer konnte einen kleinen Trick nicht kennen, den sich in der realen Welt des Motorsports herangewachsene Racer für diese Stelle – „Flugplatz“ - auf der schon mit einigen fahrerischen Herausforderungen gespickten Rennstrecke der Nordschleife des Nürburgrings, selber angelernt hatten.

  • Um die Aerodynamik bei Überfahren dieser Stelle nicht negativ zu beeinflussen, bleibt man zwar hier mit dem rechten Fuß „voll“ auf dem Gaspedal, sorgt aber mit einem kurzen Druck auf der Bremse (mit dem linken Fuß) im richtigen Moment dafür, dass „die Nase“ des Fahrzeugs unten bleibt, damit die Strömung nicht abreißt, das Fahrzeug keine „Unterluft“ bekommt und zu einer Art Flugzeug wird.

Genau das war hier am 15. März 2015 durch den erfahrenen SIM-Racer nicht gemacht worden, wodurch das Fahrzeug in der folgenden unkontrollierten Flugbewegung einen FIA-Zaun überflog und einen Zuschauer tötete.

In England wurde trotzdem dann am 11. Dezember 2015 in London die „SIM Racing Mania Ltd.“  gegründet. Man wollte wohl – wie es ähnlich in den durchaus wortreicheren Gründungsverträgen zum Ausdruck kommt, im Zuge der Weiterentwicklung dieser „virtuellen Sportart“, wirtschaftliche Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen erbringen. - Oder noch kürzer formuliert: Geld verdienen!

Am 3. Juli 2019 wurde am Nürburgring die „Nürburgrings eSports Franchise GmbH & Co. KG gegründet. Dort gab es nicht nur schon kurz nach der Gründung „Störungen“, sondern es ging auch in der Zeit danach nur recht zäh weiter, so dass man nun – in 2022 - vor einer Entscheidung steht.

Eine Vernunftentscheidung würde das gesamte „eSports“-Firmengebilde in Wanken bringen. Aber auch ADAC und den DMSB nachdenklich machen. Der DMSB e.V. empfindet z.B. „SIM-Racing“ als echten Motorsport! Oder anders: Motorsport ist wie SIM-Rading! - Wirklich? - Auch andere Vereine und Firmen setzen auf das neue „virtuelle Rennpferd“ zum Zweck des Geldverdienens!

Am Nürburgring wollte man mit einer „Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie“ (DNLS) „mit Vollgas in die kalte Jahreszeit“  vor fahren. Man ist aber damit wohl mehr „ins kalte Wasser gesprungen“. Und machte sich selber Mut:

„Ursprünglich sollte die DNLS ein Corona-Ersatzprogramm sein: Doch rasch stellte sich das Potenzial von Simracing im NLS-Format heraus. In diesem Modus treten Simracing-Profis gegen echte Rennfahrer an. Mehrere Fahrer wechseln sich am Steuer eines Fahrzeugs während der Rennen ab. Und jedes Fahrzeug der SP9-Klasse ist in dieser Saison mit mindestens einem echten Rennfahrer besetzt. Als Gaming-Software kommt die führende Rennsimulation iRacing zum Einsatz. Für beide Teilnehmer-Gruppen bedeutet das eine spannende Herausforderung und höchste Motivation – beste Voraussetzungen für einen packenden Wettbewerb.“

Was speziell die „Nürburgring eSports Franchise GmbH & Co. KG“ betraf, so tönte da direkt nach Gründung deren erster Geschäftsführer:

„Seit 2016 betreiben wir mit der Adrenalin GmbH bereits erfolgreich eines der ersten Motion Simracing Centren in Deutschland. - Wir freuen uns nun von der Grünen Hölle aus dieses gemeinsame Projekt starten zu können.“

Interessen-Kollision? - Auf den ersten Geschäftsführer folgte jedenfalls schnell der zweite Geschäftsführer, aber leider nicht der geschäftliche Erfolg. Das macht – wie aktuell zu hören - die Gesellschafter derzeit ein wenig ratlos, zumal man wohl gemeinsam bereit sein müsste, „ein wenig“ Geld nachzuschieben!.

Es folgt der Versuch einer gedanklichen Anregung:

  • In England wurde die „SIM Racing Mania Ltd.“ am 24. Dezember 2019 wieder aufgelöst!

Vielleicht sollte man Vorbildern aus dem Mutterland des Motorsports einfach folgen. - Real!

MK/Wilhelm Hahne
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Exklusiv: “September-Blues“ – ganz wild – im Juli?

Robertino Wild, der erste Nürburgring-Käufer, verfügte schon vor Jahren über zu wenig Geld. Die gerade – mit einer Firma im Landesbesitz - insolvent gewordene rheinland-pfälzische Landesregierung hatte dagegen eigentlich zu viel Geld für den Ausbau einer Rennstrecke „in die falsche Richtung“ ausgegeben. Eine still vor sich hin rostende Achterbahn ließ sie als “Erinnerung an  visionäre Politiker“ zurück, die der EU in Brüssel durch unzulässige „Beihilfen“ aufgefallen waren, mit der man eine Antwort auf die Frage gefunden zu haben glaubte, „Wie helfe ich mir selbst?“.

Ein großes Pharma-Unternehmen sah sich daraufhin  veranlasst, die große Erfahrung eines großen Politikers auf diesem Gebiet als Berater zu nutzen. Der hatte immerhin Vielen Vieles versprochen, hatte das aber wohl über seine alles überzuckernde Krankheit und seinen Rücktritt vergessen. Noch heute trauern kleine mittelständische Firmen Millionen nach, die sie in getreuer Ausführung vertragsgerechter Arbeiten bei einer landeseigenen Firma verloren haben.

In diesem kleinen Informationsdienst, war noch am 20. Januar 2020 mein Versprechen zu lesen:

„Ich bleibe dran!“

Das betraf nicht nur – ganz allgemein – das Thema Nürburgring und die bis heute noch nicht erfolgte Abwicklung einer Insolvenz in Eigenverwaltung, die – wenn mal eine Abwicklung erfolgt – bis dahin weitere Millionen Euro verschlungen haben wird, sondern auch die Verfolgung der „Folgeschäden“, die der erste Käufer des Nürburgrings nach dieser Insolvenz verursachen konnte.

Dazu waren bis zu diesem Zeitpunkt schon einige Geschichten auf diesen Internetseiten erschienen. Und immer wieder musste ich „Fortsetzungen“ schreiben, weil diese eigentlich nur in der Politik mögliche Lösung, durch einen Verkauf der neu geschaffenen Basis für Bauruinen an einen Käufer ohne Kaufkraft neues Leben zu generieren, eigentlich weitere Spuren hinterlassen musste.

Nun bin ich Ende Juli, durch zufällige Kontakte in anderer Sache, mal wieder auf eine „Fortsetzung“ gestoßen, die geradezu märchenhaft ist und durch Urteile vom 28. Juli 2022, weil „IM NAMEN DES VOLKES“ durch ein OLG gesprochen, geradezu den Anspruch erheben, auch „dem Volk“ bekannt zu werden!

  • Das müsste für den ersten Käufer des Nürburgrings eigentlich reichen, jetzt, aktuell im August schon, den „September-Blues“ anzustimmen.

Das ist eigentlich falsch formuliert, weil das Lied von Chris Rea exakt übersetzt „September-Blue“ heißt. Aber da würde dann, wenn man eine Stelle aus dem Liedtext - ziemlich frei - ins Deutsche übersetzt –  schon passen:

...„Und jedes Mal, wenn ich den „Steinbock“ sehe
Werde ich ein Gebet für dich sprechen
Jetzt und für immer September-Blau!“...

Ich nehme mir diese Freiheit, nachdem ich die Urteile des OLG Düsseldorf – zwei Stück – von insgesamt 78 Seiten Umfang gelesen habe, und nachempfinden konnte, wie frei ein Robertino Wild Texte und Entscheidungen interpretiert hat. - Unverständlich für ein Landgericht! - Genau so unverständlich für ein Oberlandesgericht, das nun mit seinen Urteilen die des Landgerichts bestätigt hat.

  • Das OLG Düsseldorf bestätigt den Anspruch der Kläger, dass sie von Herrn Robertino Wild noch den Betrag von 2.446.927,61 € zu erhalten haben.

In einem der Urteile ist auf Seite 39 des Urteils „im Namen des Volkes“ zu lesen:

„Es besteht auch keine Grundlage für eine einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung bis zur Rechtskraft der Entscheidung.“

Also nun doch „September-Blues“?

Große Nürburgring-Schatten werfen jetzt ihre „Ereignisse“ ins helle Sonnenlicht! Dem – wenn ich das recht überschaue – noch weitere folgen werden. Die dann auch – u.a. - an Fehlleistungen von Leuten „in Amt & Ehren“ erinnern werden.

Der „Nürburgring-Skandal“ hat eigentlich immer noch kein Ende gefunden! - Das ist ein politischer Skandal!

MK/Wilhelm Hahne
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31.07.22: Motorsport-Fans in der Eifel & ihr Hobby!

Wer in der Nähe des Nürburgrings wohnt, ist schon mal – aber nicht immer – vom Motorsport-Virus befallen. Man hat schon vor Jahrzehnten als Kassierer oder gar Abschnittsleiter am Nürburgring gearbeitet, die Söhne haben da schon Flaschen gesammelt. Da gibt es eine enge Bindung – nicht nur zum Nürburgring – sondern über den Motorsport, den man „damals“ erlebt hat, auch zu diesem Sport.

Da habe ich dann am Montag nach dem letzten Wochenende – also heute - zwar nicht gerade eine Repräsentativ-Umfrage gestartet, sondern Menschen, die ich an diesem Tag zufällig hier in der Eifel getroffen habe, danach befragt, ob sie denn auch den Motorsport am Nürburgring an diesem Wochenende miterlebt hätten.

Alle (!) haben erstaunt geguckt und Einer hat mir darauf geantwortet:

„Ich war am Sonntag mal nach dem Essen „Touristenfahrten“ gucken. - Toll!“

Das hatte ich schon in der Zeitung beim Frühstück gelesen. Es gab Schwer- und Leichtverletzte, aber… - Alles wird gut!

Ein anderer war nach Spa-Francorchamps gefahren. Da gab es in diesem Jahr das 74. 24h-Rennen dort. - Und wie war’s?

„Ganz toll! Viele Zuschauer, viele Rennen, viele Starter, interessantes Programm. Alles nur Rennen! - Soviel GT4 hast du am Nürburgring z.B. noch nicht gesehen! - Und der Repräsentant von Aston Martin, der Nicki Thiim, der fährt mit ‚nem anderen GT3 nebeneinander in die „Eau Rouge“. Zwei Stunden vor Schluss! Und meint, das wäre noch richtig ‚Rackes‘, da dürfe man nicht zucken! - Blödmann! - Der hat ‚Schwein gehabt‘, sich nur zwei Mal gedreht! Und irgendwie hat es nicht gekracht. - Zufall!

Und fragt dann zurück:

„Was hast du am Wochenende gemacht?“

„Ich habe im Fernsehen die Superbike in Most geguckt.“

„Und?“

„Bester Motorsport, mit den seriennahesten Geräten die es im modernen Motorsport gibt. Da entscheidet noch die Fahrerqualität! - Nicht die BoP!“

„In Spa waren da – neben der BoP - schon viele Fahrhilfen im Spiel. Das ist eben heute so. Die fahren inzwischen mit 250 durch die ‚Eau Rouge‘ und mit 260 durch die ‚Blanchimonte‘. Aber überall haben die jetzt auch Sensoren eingelassen. - Zack! - Haben die die Fahrbahn kaum um Zentimeter verlassen, werden die auch schon bestraft! - Wahnsinn! - Und wenn die tanken, müssen die den Zapfhahn ne bestimmte Zeit drin lassen. Sonst gibt es eine Zeitstrafe! - Ich weiß auch nicht, was das mit einem Langstreckenrennen zu tun hat, aber – das ist heute nun mal so.“

„Warum warst du denn nicht am Nürburgring. Das wäre doch näher gewesen! - Da gab es doch auch ein tolles Programm.“

„Wo denn, was denn? - Da habe ich nichts von gehört!“

„Da waren zehn Rennserien mit insgesamt 16 Rennen und zwei Gleichmäßigkeitsprüfungen angesagt. Da war sogar ein Fernsehkoch am Start! Und das auf der Sprintstrecke, damit die Fahrzeuge möglichst oft am Zuschauer vorbei kommen.“

„Nee, nee, - da gucke ich lieber richtige Rennen, auf ner richtigen Rennstrecke, wie in Spa. Da sind auch viele Idioten am Start, die sich dann die Reifen kaputt fahren, weil sie über die Innenkanten der Curbs kommen. Die haben wirklich dahinter jetzt wieder mit Kies aufgefüllt! - Und wenn die GT3 dann beim Drüberfahren den Kies wegfliegen lassen, machen die Innenkanten der Curbs ganz schön die Reifenflanken kaputt.“

„Und was sagst du zum Ergebnis der Formel 1 in Ungarn?“

„War das auch am Wochenende?“

„Ja!“

„Da gucke ich schon lange nicht mehr. - Zu teuer, zu viel Marketing! - Und was machst du jetzt?“

„Ich fahre nach Hause und schreibe eine Geschichte über das Rennwochenende am Nürburgring, bzw. in der Eifel!“

„Toll! - Aber mach’ dich nicht kaputt dabei!“

Da habe ich in dieser Woche wohl keine Probleme mit. Im Wochenhoroskop des „Kölner Stadtanzeiger“ stand zu meinem „Sternzeichen“:

„Der Kosmos möchte Sie an die Hand nehmen und Ihnen viel Zuversicht einflößen.“

MK/Wilhelm Hahne
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„Taffy“ & „Erinnerungen“ an Graf Berghe von Trips

Das sind zwei Bücher, für die man so tief in sein Portemonaie greifen muss, als hätte man gerade sein Automobil vollgetankt. Beide kosten zusammen etwas über 70 Euro, einschl. der Versandkosten. -  „Taffy“ ist ein Bildband mit vielen Fotos, der an die ungewöhnliche – und kurze - Karriere eines Wolfgang Graf Berghe von Trips erinnert und inzwischen in dritter Auflage erschienen ist. - „Erinnerungen“ ist ebenfalls ein Buch, in dem Menschen, die den Grafen erlebt haben – oder ihn sehr schätzen - über und von ihm erzählen. Es hat 84 Seiten und ist schon von seiner Anlage her, natürlich textlastig. - Beide Bücher zeige ich in folgendem Foto.

„Taffy“ kommt als Bildband anders daher. Mit um 190, z.T. unveröffentlichten Fotos. Sie zeigen den Grafen u.a. auch auf einer 250er Wettbewerbs-„Tornax“, das Motorrad einer Marke, die man heute kaum noch kennt. Die hatte – wenn man genau hinschaut – vorne keine Telegabel – sondern eine „geschobene Langarmschwinge“. Da sie hinten auch mit einer (gezogenen) „Schwinge“ ausgerüstet war, verfügte sie über ein „Vollschwingen-Fahrwerk“.

Aber bei „Tornax“ war – zumindest bei der 175er – in den 50ziger Jahren noch etwas anderes besonders: Der Motor zu diesem Motorrad war der einzige Zweitaktmotor, bei dem die Schlitze zu den Überströmkanälen im Zylinder nicht einfach beim Guss eingefügt, sondern präzise nachträglich eingefräst wurden, um Leistungs-“Streuungen“ in der Serie auszuschließen. - Das war in den 50ern!

Es gibt in dem Buch viele lesenswerte Texte, die zum Nachdenken anregen. Wenn etwa Hartmut Lehbrink im Juni 2021 über Wolfgang Graf Berghe von Trips schreibt:

„Der Mann war authentisch, noch einmal beglaubigt durch die Einträge in seine ausführlichen Tagebücher, Botschaften des Ichs an das Ich, dem man nichts vormachen mag und kann. Zwischen Trips, das Image, und Trips, den Mann selbst, passte kein Blatt.“

Graf Trips war nicht nur ein begnadeter Rennfahrer und könnte schon darum für Viele – die es auch gerne sein möchten – schon ein Vorbild sein. Der Graf war aber auch charakterlich – sie man so schön sagt – „ein feiner Mensch“, oder wie es Hartmut Lehbrink an anderer Stelle  in „Taffy“ so formuliert:

"Des Grafen äußerer Adel entsprach seinem inneren Adel, nichts Aufgesetztes, sondern etwas, was von Natur in ihm angelegt war. Irgendwie sah man ihm das auch an – das Antlitz als Spiegel der Seele.“

Und in „Erinnerungen“ schreibt Heinz Ulrich Wieselmann, von 1950 bis 1970 Chefredakteur der Zeitschrift „auto motor und sport“:

„Wo Trips fährt, wird immer in der Spitzengruppe mitgemischt, und sein fröhliches Naturell sorgt dafür, dass die Jagd bei aller Härte des Kampfes ein heiteres Spiel der Männer bleibt.“

So einen Werks-Rennfahrer wird es leider nicht mehr geben! - So ein Typ passt nicht in unsere Zeit! - Grund genug, sich diese beiden Bücher in den Bücherschrank zu stellen, um ab und an mal von den Ereignissen in unserer Zeit im Motorsport an die „gute alte Zeit“ des Motorsports zurück erinnert zu werden.

Zum Beispiel durch ein schnelles Blättern in „Taffy“ zu Seite 7, wo von Hartmut Lehbrink, der die Anreise zu den großen Rennen in Spa und am Nürburgring in den 50ziger Jahren noch zu seinem  Training als Amateur-Radfahrer nutzte – im Ruhrgebiet wohnend – indem er mit dem Fahrrad zu diesen Rennen fuhr:

„Im Zeitalter des biegsamen Pragmatismus und der alternativen Wahrheit wirken Tugenden fast rostig, für die er stand und geliebt wurde.“ („er“ = Graf Trips)

Lehbrink beschreibt damit einen Charakter, mit dem man heute als  talentierter Rennfahrer wohl keine Chance hätte, jemals „Werksfahrer“ zu werden.

Darum sind die hier kurz beschriebenen beiden Bücher, die sich in ihrer Art ergänzen, auch eigentlich ein Muss für jeden wirklichen Trips-Fan und den Motorsport von „damals“.

Auch, um dann – berechtigt – feststellen zu können:

  • Früher – damals – war der Motorsport noch geprägt von Fahrern wie Wolfgang Graf Berghe von Trips und Anstand, Fairness und Ritterlichkeit!

Beide Bücher müssten sich eigentlich im guten Buchhändler bestellen lassen:

„Taffy“, ISBN 978-3-00-070005-7
„Erinnerungen“ … (dummerweise habe ich keine ISBN-Nr. finden können)

Die Bücher sind aber auch – beide – sicherlich direkt bestellbar bei Herrn Jörg-Thomas Födisch, der für beide Bücher als Mit-Herausgeber zeichnet. Seine e-Mail-Adresse:

MK/Wilhelm Hahne

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Der DMSB nach einem OLG-Urteil nun „stehend K.O.“?

Als Journalist ist man schon mal an der Begründung eines Urteils interessiert. Man fordert eine Kopie (pdf-Datei) an, die dann auch – meistens – früher oder später eingeht. Es ist aber auch schon passiert, dass eine Staatsanwaltschaft zu einem Urteil eine Information veröffentlichte und darauf aufmerksam machte, dass das Urteil dazu nicht erhältlich wäre. - Ein Urteil „im Namen des Volkes“! - Das hat mich dann in diesem Fall angeregt, den Verurteilten direkt um eine Kopie zu bitten. Der hat mich dann auf die staatsanwaltliche Information aufmerksam gemacht und erklärt, dass er selbst nicht im Besitz des Urteils wäre. Da habe ich es dann doch beim entsprechenden Gericht versucht und eine Kopie in Form einer pdf-Datei (natürlich mit „geschwärzten“ Namen) von dort erhalten. So habe ich dann auch dem Verurteilten eine Kopie der Kopie zukommen lassen können, so dass der nun auch „Schwarz auf Weiß“ besitzt, um zu begreifen, weshalb er verurteilt worden war. - Bisher ist mir aber noch niemals passiert, dass ich als Journalist sehr lange - viele Wochen - auf die Zusendung einer Urteils-Kopie (mit „geschwärzten“ Namen) warten musste. - Ich habe – in diesem Fall, über den ich nachfolgend informiere - dann auch keine Kopie erhalten, sondern aktuell den Hinweis darauf, dass ich die „Entscheidung“ nun in einer Datenbank finden könnte. - Habe ich! - Danke! - Eine Stelle in der Urteilsbegründung lässt mich die Frage stellen:

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LKW-Unfall B 258: Wo rohe Kräfte sinnlos walten!

Nach einem Truck-Grand-Prix mit um 100.000 Besuchern schaue ich nach dem Frühstück schon mal bei den Polizeimeldungen nach, wie denn der Verkehr zu so einem Rennwochenende aus Sicht der Polizei abgelaufen ist. Gestern morgen bin ich dann nach dem Lesen  zwar auch nicht in Hektik verfallen, sondern habe meine Frau nur kurz informiert: „Ich bin dann mal weg!“ - Meine Planung für diesen Montag sah zwar ein wenig anders aus, aber meine Leser können schon erwarten, dass ich in Motor-KRITIK – fast nebenbei und nur manchmal – auch aktuell gut informiere.

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Spät & textarm: Acht & dreißig Fotos vom 6h-Rennen!

Nachdem meine Recherchen zu einem bisher wohl von der Öffentlichkeit übersehenen „russischen Beitrag“ zu unserem Alltag in der Eifel abgeschlossen waren, habe ich der daraus resultierenden Geschichte dann den Vorrang vor einem Rennbericht über das „ROWE 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen“ gegeben. Das fand schon am vergangenen Samstag statt. Es verwundert – zumindest mich - ein wenig, wenn der Hauptsponsor des Rennens mit keinem der BMW-GT3 seines Firmen-Rennteams bei diesem „ROWE-Rennen“ am Start war, aber vollmundig erklärt: „Die NLS ist eine der populärsten Breitensportserien im Motorsport – hier begeistern wir nicht nur zahlreiche Fans und Medien, sondern erreichen auch wichtige Zielgruppen unseres Unternehmens. Deswegen freuen wir uns sehr, mindestens bis 2025 der Titelsponsor des 6-Stunden-Rennens zu bleiben.“ - Ich war auch bei der aktuellen - der 2022er Version - zumindest mit der Kamera vor Ort, habe viele Fotos gemacht, von denen ich nachfolgend eine kleine Auswahl mit kurzen (blöd-)sinnigem Texten  versehen habe. Die erscheinen allerdings erst, wenn interessierte Leser die „Maus-Hand“ von unten nach oben auf das Foto ziehen, nachdem sie vorher mit einem „Maus-Klick“ das Foto vergrößert hatten. - Mal was Anderes! - Für mich war das stundenlange Mehrarbeit. - Schau’n wir mal, ob es sich gelohnt hat.  (Nachtrag vom 15. Juli: Handy-Surfer beklagen sich, dass sie Texte nicht lesen können! - Stimmt! - Entschuldigung! - Das genutzte System funktioniert nur, wenn man einen Computer hat! - Sorry!)

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Beck’sches NR-Baudenkmal: Ein „ru. trojan. Pferd“?

Manchmal wird plötzlich klar, was man vorher nicht verstanden hat. „Ochs vor’m Berge, eins, zwei drei!“ - Der Kindervers trifft zumindest auch auf mich manchmal zu. - Darum muss ich mich heute – sicherlich ungewöhnlich – für den folgenden Vorspann bei „Greenpeace“ bedanken. Dort las ich – nicht gerade zufällig: „Russland ist Weltmeister im Export von Atomkraftwerken – das staatseigene Unternehmen Rosatom hat bislang 18 Nuklearreaktoren nach Europa verkauft; sie stehen in Finnland, Ungarn, Bulgarien, in der Slowakei und in Tschechien. Doch Russland liefert nicht nur Technik, sondern auch den Brennstoff. Für Putin ist Atomkraft ein Wachstumsmarkt: Russland besitzt 43 Prozent der weltweiten Kapazitäten zur Urananreicherung, und produziert rund ein Drittel des weltweiten Bestandes an Uranhexafluorid, einem Stoff, der zur Anreicherung benötigt wird. Diese Atomkraftwerke sind abhängig von russischen Lieferungen – und sollen es nach Putins Wunsch auch bleiben.“ - Außerdem habe ich mich informiert, wer denn eigentlich in Europa – und wenn, wie stark? - auf Atomkraft setzt. - Mich hat überrascht festzustellen, das Frankreich nach den USA, die zweitstärkste Nation in der Welt ist (!), die z.B. auf Atomstrom setzt. - Aber nun mal wieder zurück zum provinziellen Titel:

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Eine Anregung: „Mit Geist & Füßen – in der Eifel“!

Die Anregung zu dieser Geschichte erhielt ich beim 6h-Rennen am letzten Samstag. Ich fotografiert gerade in „Breidscheid“, als ich von einer Dame angesprochen wurde: „Entschuldigen Sie bitte! - Was ist das hier?“ - Ich habe es ihr erklärt und sie hat mir als Grund für ihre Frage erklärt: „Wir sind nämlich nur zufällig hier vorbei gekommen.“ - Gerade an so Streckenabschnitten wie hier oder „Brünnchen“ und „Pflanzgarten“ gibt es sicherlich immer wieder Besucher, die nur zufällig vorbei kommen. Da könnte man denen doch einmal ein gezieltes Angebot machen, was einen „gesunden“ Eifel-Ausflug, z.B. den mit einer kleinen Wanderung, mit dem eines Rennerlebnisses am Nürburgring verbindet – habe ich gedacht – und mich erinnert, dass ich in den letzten Tagen auch gerade in einem Buch geblättert hatte, in denen am Beispiel von 17 Wanderungen lt. Buchaufdruck erlebt werden kann: „Was Landschaften erzählen“. - Eine ehemalige SWR-Redakteurin hat mit ihrem Mann mal bewusst die Eifel erkundet und notiert, was ihre alles dabei auf- und eingefallen ist. Mich hat dieses Buch nicht nur interessiert, weil darin auch als „Tour 4“ der „Virne-Burgweg“ nach einem Erleben im Winter beschrieben ist. Interessant erscheint mir für Motorsport-Fans „Tour 6“, die „Booser Doppelmaar-Tour“, weil  z.B. am Wochenende des 9. - 11. September am Nürburgring zum ersten Mal ein 12 Stunden-Rennen durchgeführt wird, das aber auf zwei Tage verteilt, dann sozusagen ein 2 x 6h-Rennen ist. Das muss man nicht in ganzer Länge sehen. Darum eignet sich dieses Wochenende gut für…

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