2022

Der Tag nach „RaR“: „Touristenfahrten“ wie immer?

„Rock am Ring“ zog nach Veranstalterangaben zwischen dem 3. und 5. Juni 90.000 Besucher an den Nürburgring. Da hätte man gerne die Nordschleife zum Parken und Zelten genutzt. Wie das „früher“ auch schon mal möglich war. Aber das waren noch andere Zeiten. Es gab auch andere Verhandlungspartner. Dieses Mal hatte der „lange Arm“ des russischen Nürburgring-Besitzers, ein Deutsch sprechender Russe, Viktor Martin, aber Anweisung gegeben, dass die Nordschleife auch während „Rock am Ring“ für die „Touristenfahrten“ nutzbar sein muss. So hatten denn auch die Geschäftsführer entsprechend verhandelt. Sie hatten aber mit dem neuen „RaR“-Veranstalter auch neue Erfahrungen machen müssen. Auch dessen Bedingungen waren glasklar. Mit Vertragsabschluss hatte der nicht nur formal das Hausrecht am Nürburgring übernommen, sondern auch in der Realität. Da war mancher „Bittsteller“ schon überrascht. Ein „das haben wir doch immer so gemacht“ hatte dieses Mal keine Gültigkeit. Und die sog. Geschäftsleitung des Nürburgrings keinen Einfluss. - Dafür liefen dann aber – wie vom russischen „Fadenzieher“ gewünscht - dann die „Touristenfahrten“ auch während der Veranstaltungstage von „Rock am Ring“. Schon wegen der Verkehrsverhältnisse während der „RaR“-Veranstaltung war wohl aber das Ergebnis nicht so toll aber wohl zufrieden stellend. - Grund genug, am Tag nach „RaR“, mal nach dem Rechten zu sehen.

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Quasi mein Lebensmotto: Kein Pakt mit dem Teufel!

Der Teufel hat in meinem Leben oft mit Geldscheinen gewunken. Ich habe sie übersehen. Weil ich wohl keinen Blick dafür hatte. Wohl mehr das richtige Gefühl. Darum habe ich wohl auch in der richtigen Zeit Motorsport betrieben, weil da noch keine „BoP“ oder „Code 60“ auf der Nürburgring-Nordschleife Bedeutung hatten. Die Fahrer dieser Zeit fuhren mehrheitlich verantwortungsbewusst! Es gab da auch einige Zeit noch keinen DMSB. - Der war jedenfalls für mich – zu meiner Zeit – ohne Bedeutung. Der durfte mir – nach der ONS (den es in anderer Form immer noch gibt!) - die notwendige Lizenz ausstellen. Und wurde dafür bezahlt! - Das war’s!

Wir leben aber inzwischen offenbar in einer anderen Zeit. Da braucht nur jemand mit Geld zu winken – oder mit Geldstrafen zu drohen – und alle parieren! Bis auf die, die die Macht haben! Die ist heute noch bedeutender als Geld. - Aber Macht fällt einem meistens zu – oder man maßt sie sich an! - Auch manche (Amateur-)„Rennfahrer“ fühlen sich mächtig! Weil sie das Geld haben, z.B. einen GT3 zu steuern. Weil man dazu auch immer weniger können muss, es dafür aber auch mehr elektronische „Krücken“ (Fahrhilfen) gibt.

Und natürlich auch mehr Komfort, den es „früher“ beim Rennen fahren nicht gab. Da war man körperlich schon schwerer belastet. Ein Langstreckenrennen war für den Fahrer schon eine Dauerbelastung, weil er auch für all’ seine Entscheidungen, z.T. in Nano-Sekunden getroffen, selbst verantwortlich war. - Heute werden Entscheidungen beim Hersteller, von der Teamleitung, vom „Chef“ getroffen. - Oder vom Computer! -  Und vom DMSB durch Vorschriften bestimmt! - Aber grundsätzlich gilt in diesen Zeiten besonders: Geld bestimmt die Welt!

Oder Corona! - Oder ein Krieg! - Oder der Mainstream bestimmt die Handlungen eines Einzelnen!

Weil man den „Mainstream“ heute ernst nehmen muss. So wie die „Nachhaltigkeit“. Wobei ich mich frage: Ist ein Krieg eigentlich „nachhaltig“? - Bei mir eigentlich schon. Ich wurde schon als Kind und Heranwachsender von ihm geprägt. - Und nach dem Krieg z.B. von dem Erleben an offenen Massengräbern. Aber auch davon, wie schnell aus Ortsgruppenleitern Widerstandskämpfer werden konnten. Die dann mit einem „Permit“ der Militärregierung Auto fuhren, was einfachen Normal-Bürgern („Mitläufern“) verboten war.

Eine gute Behandlung erfuhren die, die in der KPD waren. - Solange die noch nicht verboten war!  Dann war die CDU bedeutend und auch die SPD. Die FDP quetschte sich quasi dazwischen. Dann rutschte – weil man sich inzwischen „anpasste“, die CDU mehr nach links, die SPD mehr nach rechts und machten so nicht nur die „Flanken frei“, sondern ließen auch keinen Platz mehr für die FDP. Aber rechts und links konnten sich so „Die Linken“ und die „AfD“ ansiedeln.

Die „Volksparteien“ (warum werden sie eigentlich so benannt?) waren von einer Entwicklung überrascht, die sie selbst verursacht hatten!

Ebenso ist eigentlich die Entwicklung hin zum Ukraine-Krieg auch keine Überraschung. Wenn man z.B. einmal die Entwicklung dahin – unbeeinflusst – überdenkt!

Ich verstehe so nicht, dass, wenn man z.B. - aus meiner Sicht - als Kriegsberichterstatter im Irak war, völlig vergessen zu haben scheint, wer dort einmal – zumindest mir – unangenehm aufgefallen ist. Waren „unsere amerikanischen Freunde“ dort Vorbild? -  Aber ich musste auch „damals“ während des Korea-Krieges schon das niederländische Fernsehen um 20 Uhr einschalten (ich wohnte nahe der holländischen Grenze), wenn ich nicht nur über die „Großtaten unserer amerikanischen Freunde“ – einseitig und „freundschaftlich“ – informiert werden wollte!

Wie ich bei diesem Vergleich heraus fand, der mir durch einen Zufall möglich wurde!

Hat der Krieg in der Ukraine nicht auch eine Ursache in einer verfehlten, einseitig von „unseren amerikanischen Freunden“ bestimmten westlichen Politik?

Wir Deutschen sind scheinbar – so meine ich – in einen träumerischen „Wohlstands-Dämmerzustand“ verfallen. Wir glauben eben auch aller „Werbung“. Selbst Mercedes steht z.B. immer noch für „das Beste oder Nichts“!

Aktuell werden gerade mal wieder rd. 1 Million Mercedes-Automobile weltweit in die Werkstätten zurück gerufen, weil die Bremsanlage ausfallen könnte. In der Politik hätte ein „Rückruf“ auch schon vor einiger Zeit erfolgen müssen, denn inzwischen rasen wir als Passagier von „gelenkten“ Politikern sozusagen „bremsenlos“ der nächsten Katastrophe entgegen!

Verfolgt man die aktuelle Kriegsberichterstattung über den so genannten Ukraine-Krieg in unseren Medien, dann bin ich als Journalist schon froh, so alt zu sein, dass man den Krieg – bis jetzt – nur aus dem deutschen Fernsehen kennen lernt. - Denn ich weiß, was „Krieg“ wirklich bedeutet!

Aber viele deutsche Politiker sind aktuell bemüht, durch eine Art Bildungsreise selber zu "Kriegs-Fachleuten" zu werden. - Oder dienen diese Reisen nur der Selbstdarstellung? - Dieser Ukraine-Krieg muss eine neue Art von Krieg sein, den ich bisher noch nicht kannte. Wenn das so weiter geht, werden solche „Bildungsreisen“ in Kriegsgebiete sicherlich auch bald für die Vertreter „besserer Kreise“ von Reiseunternehmen zu „Schnäppchen“-Preisen als eine Art Abenteuer-Urlaub angeboten werden.

Obwohl inzwischen in einigen Ḿedien schon davor gewarnt wird, den derzeitigen Krieg im Osten Europas einfach als ein Stück Normalität hinzunehmen – und zur Tagesordnung über zu gehen.

Aber da hätten wir dann die Inflation. Oder schau’n wir aktuell mal auf die Tankstellenpreise. Warum denke dann zumindest ich  dabei an die Vokabel „Kriegsgewinnler“?

Ich bin wohl in der falschen Zeit heran gewachsen!

Und heute wohl vom Heiligen Geist erfüllt. - Denn es ist Pfingstmontag!

Wilhelm Hahne

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Entschuldigung! - Eigentlich hätte ich gerne…

...mal eine ausführliche Geschichte zum Thema „smart“ geschrieben, der uns im späten Herbst dieses Jahres in einer neuen Version wieder erreichen wird. Dieses Mal aus China. - Während die meisten Firmen derzeit ihre bisher bestehenden guten Kontakte zu Russland abbrechen, um „einen guten Eindruck zu machen“, wird die Abhängigkeit von China – gerade bei der Automobilindustrie – immer größer. Bis dass dann mal wieder irgendein „Volksvertreter“ auf die Idee kommt… - Aber ich möchte hier keine Abhandlung über die „moderne Vorstellung“ von „freier Weltwirtschaft“ schreiben.

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Nürburgring-Events: Nachbetrachtung & Vorausschau!

Motor-KRITIK-Leser haben bei mir beanstandet, dass meine letzte Geschichte eigentlich keine „richtige“ Nachberichterstattung – wie von mir angekündigt – gewesen wäre. Man hätte sicherlich der Geschichte Einiges entnehmen können, was ihnen als Besucher sonst sicher verborgen geblieben wäre, aber eigentlich… - Darum gibt’s hier dann nicht nur eine kleine Sammlung von Notizen, die ich mir zum 24h-Rennen gemacht habe – schön durchnummeriert – sondern dann auch gleich noch ein paar Gedanken – ich nenne es „Vorausschau“ – zu der vor uns liegenden Großveranstaltung „Rock am Ring“. - Ich hoffe so, dann alle Leseransprüche erfüllt zu haben. So nebenbei habe ich dabei Ordnung in mein Notiz-Chaos gebracht. - Das 24h-Rennen hat sicherlich nicht zur Zufriedenheit aller Akteure  – Hersteller, Teams, Fahrer – geendet, wurde aber wohl doch zur Zufriedenheit der meisten Besucher und Zuschauer abgewickelt. Ob das auch bei „Rock am Ring“ so sein wird, wird aus den verschiedensten Gründen von mir – ganz persönlich – bezweifelt. Beide Veranstaltung sind sicherlich, was die Anzahl der zahlenden Zuschauer betrifft, die größten „Events“ in diesem Jahr, die am Nürburgring stattfinden.

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„Ich hoffe, wir können eine gute Show bieten!“

Um das - praktisch vorab – klar zu stellen: Ich möchte zur Abwicklung des 50. 24h-Rennens, dem Jubiläums-Rennen am Nürburgring, kein Buch schreiben, sondern nachstehend nur ein paar – vielleicht nachdenklich machende – Anmerkungen zur eigentlichen Veranstaltung machen. Als Tim Heinemann bei NITRO hoffte, was hier zum Titel der Motor-KRITIK-Geschichte wurde, hatte er für seine Person eigentlich schon diesen Anspruch erfüllt. Was dann – wie ich erklären möchte – auch ein bezeichnendes Licht auf die meist hochgelobte – und überteuerte (!) GT3-Konkiurrenz wirft. - Auch andere Dinge waren am Nürburgring sicherlich überteuert. Es fehlten auch einige „Show-Einlagen“. Aber überall war die Hoffnung zu spüren:

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24h-Rennen: Auf dem Weg zum richtigen Endergebnis?

Zu diesem Zeitpunkt bedarf die gewaltige organisatorische Leistung des Veranstalters nur noch kleiner Korrekturen. Dazu dienen auch unauffällige Bulletins. Natürlich bleibt die Nenngeldbasis mit rd. günstigstenfalls 6.500 Euro pro gemeldeten Fahrzeug unverändert. Aber die Zahl der gemeldeten Fahrzeuge verringert sich per 26. Mai um drei, auf nun 135. Da noch einige Trainigs-, bzw. Qualifikationsläufe bevor stehen, kann  – unfallbedingt – die Zahl der Starter zum Rennen noch einmal niedriger ausfallen. Das wird dann aber nicht den Veranstalter treffen, da das Nenngeld bezahlt ist und nicht zurück gezahlt werden muss, da eine Veranstaltung immer mit der Abnahme der Fahrzeuge beginnt. Ärger wird es sicherlich – auch in diesem Jahr – mit der BoP geben, die gerade von ausländischen Teilnehmern als „Balance of Politics“ empfunden wird. Diese Bezeichnung ist sicherlich passender, als „Balance of Performance“. - Nicht nur darum ist diese Geschichte dann auch mit dem Titel versehen:

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„Je oller – je doller!“ - Fundstück #2 aus 2015:

Dirk Adorf hat sich inzwischen „als Teilnehmer“ an der vom DMSB-“Expertenrunde“ im Internet zu Wort gemeldet, da er „als Teilnehmer dieser Sitzung aus erster Hand berichten kann“. Er macht deutlich: „Allen Anwesenden wurde unmissverständlich klar gemacht worum es geht und was mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden muss.“ Dabei wurde – und das klingt nach Erpressung – verdeutlicht, „dass wenn es nach Beendigung dieser Sitzung zu keiner Einigung und Entscheidung kommen sollte, die ausgesetzten Klassen nicht wieder zugelassen werden; weder für die VLN, noch für das 24h-Rennen!“ - So Dirk Adorf. - Je weiter man seinen Erlebnisbericht „aus erster Hand“ liest, desto klarer wird, dass der DMSB die „Experten“-Runde nur so groß – und scheinbar bedeutungsvoll – angelegt hatte, weil man möglichst viele Köpfe zum Abnicken von Maßnahmen brauchte, die man intern schon Tage vorher festgelegt hatte. - Man hat mal wieder einmal Verantwortung delegiert, so genannte „Experten“ missbraucht. - Und niemand hat's bemerkt? - Man liest bei Dirk Adorf, dass „die Leistungsreduzierung um 5 % … von den Herstellern übrigens freiwillig und vorab einstimmig zugesagt“ wurde.“ - Mike Frison hat zu der Adorf-Argumentation u.a. auch im Internet geantwortet: „Am 7.4.2015 wurde Geschichte geschrieben. Kein Datum, auf dass Du besonders stolz sein kannst.“ - Ich persönlich – und wir bei Motor-KRITIK – sind aber stolz auf Mike Frison, der zu dem Thema eine sehr überzeugende Geschichte geschrieben hat, die ich in ein paar Details noch ergänzen möchte. ... - Ich habe mir erlaubt, jedes Wort von Mike Frison durch die Signation seiner Geschichte mit meinem Namen am Ende dieser Geschichte zu unterstreichen. Es folgt also hier eine Geschichte, die zusammen genommen in allen Teilen eine Geschichte von Mike Frison ( im Original ehemals (!)unter www.20832.com = aktuell – 2022 - nicht mehr geführt) und Wilhelm Hahne ist.

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„1984“ – „2048“: Zwischen Fiktion und Realität?

George Orwell hatte 1946 eine Fiktion. Mit seinem Buch „1984“ war er seiner Zeit weit voraus. Im Jahr 2022 kann man das beurteilen. Aber wir sind auf einem „guten Weg“. Auf der Suche danach, bin ich auf das Computerspiel „2048“ gestoßen. Darüber wurde – wie ich gefunden habe – inzwischen auch eine „Bachelorarbeit Informatik“ geschrieben, in der es u.a. heißt: „2048“ ist ein Spiel, das im Jahr 2014 viral erfolgreich wurde. Dank sehr einfachen Regeln und gutem, klaren Design ist es schnell zu erlernen aber schwierig zu meistern. Das macht es zu einem idealen Kandidaten für die KI-Forschung.“ - Immerhin!

Wir werden, das ist mein persönlicher Eindruck, immer weiter „reguliert“ in unseren persönlichen Entscheidungen beschnitten. Die EU erlässt Richtlinien, die Politik setzt überall neue Grenzen, spricht grundsätzlich von „Wir“, meint aber nur uns, den normalen Steuerzahler. Georg Orwell hat sich offenbar beim „Erfinden“ des Buchtitels um ein paar Jahrzehnte vertan. - Aber wir sind auf einem „guten Weg“ dahin.

Aber „2048“, das Spiel „mit sehr einfachen Regeln“ lässt mich hoffen. Man wird es in Zukunft mit „KI“(künstlicher Intelligenz) erfolgreich spielen können. Genauso, wie sich lt. Vorstellungen der Automobilindustrie Automobile „autonom“ nutzen lassen. Alles auf dem Weg zum unfallfreien Fahren. - Sagt man. - Und ich staune!

Über aktuelle Assistenzsysteme, die nur scheinbar helfen, weil sie offenbar mit veraltetem Kartenmaterial gefüttert sind. Man kann schließlich nicht erwarten, dass die Industrie beim Verschieben von ein paar Ortsschildern gleich eine neue Software kostenlos nachliefert.

In den Assistenzsystem beginnt so aber z.B. beim Einfahren in eine offizielle „50 km/h-Zone“ der “strafbare Bereich“ auf dem Display evtl. gute 100 Meter später. - Ich beschreibe hier die Realität, weil ich sie selbst in Testwagen der Industrie selber erlebt habe! - Das kann – mit Sicherheit (!) - teuer werden!

Es geht auch – manchmal - gar nicht darum, wirklich für mehr Sicherheit (auch z.B. im Verkehr) zu sorgen, sondern der Industrie ein „qualitatives Wachstum“ über eingebautes und zusätzliches Zubehör zu ermöglichen. Da denkt man dann (Politik & Wirtschaft) nicht unbedingt in vernünftigen Zusammenhängen, weil es um das „Verkaufen von Sicherheit“ geht. - Sagt man. - Und da hat man „gute Ideen“. - Wer möchte auch da widersprechen? - Wenn es um „Sicherheit“ geht, geht das mit Sicherheit nicht!

Heute morgen lese ich z.B., dass nun in Rheinland-Pfalz Kamerasysteme getestet werden, mit denen  man feststellen kann, ob ein Fahrer sein Handy – oder gar Tablet – während des Fahrens  seines Automobils  nutzt. Der Innenminister des Landes, Roger Lewentz hat das angekündigt. Das System wurde von der holländischen Polizei zusammen mit der Universität in Utrecht entwickelt.

Das hört sich doch gut an! - Aber was soll das, wenn man gleichzeitig in Automobile immer größere Displays – größer als Tablets -  zur Information des Fahrers einbaut, die doch auch beim Ablesen sekundenlang (!) vom eigentlich notwendigen Blick auf die Fahrbahn ablenken?

Aber – so höre ich jetzt schon den Einwand – dass die doch mit einer Sprachsteuerung bedient werden können und damit zumindest eine risikolose Bedienung sichergestellt ist. - In der Vorstellung von Politik und Industrie. Die Realität sieht anders aus! - Ein Fahrer, der so eine Information mit Sprachbedienung nutzt:

„Ich habe noch niemals vorher mehr auf das Display geschaut, da ich doch kontrollieren muss, ob mich das System auch verstanden hat.“

Und dann muss der Fahrer danach noch – mit seinem sekundenlangen zusätzlichen Blick – die Informationen abrufen. - Keine Ablenkung vom Fahrbahngeschehen?

Mit einer solchen Argumentation möchte ich nicht davon ablenken, dass auch die Nutzung eines Handys im fahrenden Automobil durch den Fahrer natürlich (!) eine Ablenkung ist, aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass die Ausstattung mit Riesen-Displays in Automobilen auch verboten werden müsste. Weil sie nur unnötig ablenken!

Zufällig wird Dieter Rams, der „Erfinder“ des „Braun“-Designs, in diesen Tagen 90 Jahre alt. Sein Leitspruch, „Weniger, aber besser“ ist immer noch aktuell. Ich lese heute in meiner Lokal-Zeitung, dass Dieter Rams über die Zukunft des Designs gesagt hat – was für mich persönlich auch Bedeutung für die Ausstattung von Automobilen haben sollte:

„Wir müssen von der Unkultur des Überflusses, der Verschwendung, der Billigkeit im Wortsinn, aber auch im übertragenen Sinne wegkommen.“

Es ist kein Zufall, dass ich persönlich schon 1956 zu den ersten Käufern der von ihm entworfenen Radio-/Plattenspieler-Kombination „SK 4“ gehörte.

Da muss ich dann jetzt auch hier nicht festhalten, was ich von der SUV-Entwicklung, hin zu Lkw-Gewicht und modernen „großen Schnauzen“ halte! - Zeitzeichen?

Das „Mehrwert“-Denken und Handeln in der Industrie ist scheinbar (krankhaft?) bedeutender  geworden, weil es die Rendite verbessert! Dabei sollten sich die „Macher“  eigentlich darüber klar sein, dass sie eigentlich nur Dienstleister sein sollten!

  • Ursprünglich war das Automobil eigentlich mal als „Nutzfahrzeug“ gedacht!

Was ist daraus geworden? - „Rollende Luxus-Wohnzimmer“! - Weil man alles argumentieren kann: Der Quadratmeter-Preis einer Millionärs-Villa ist günstiger!

Nicht daran gedacht? - Vergessen? - Man muss sich heute entscheiden: Autohändler oder Immobilien-Makler anrufen!

MK/Wilhelm Hahne

Noch ein kleiner Hinweis: Lt. amtlicher Statistik gibt es in Deutschland rd. 5 mal mehr Tote im Haushalt als im Straßenverkehr!

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ADAC: Ist der 24h-Veranstalter ein „BMW-Versteher“?

Natürlich kann in Verbindung mit dem 24h-Rennen nicht der ADAC in München, sondern nur dessen mitgliederstärkste Regionalklub, der ADAC Nordrhein, Köln, gemeint sein. Dort sind die Abläufe beim 24h-Stunden in allen Details mit der Nürburgring-Pächterfirma abgestimmt. So wird manchmal sogar beim 24h-Rennen etwas funktionieren, was es eigentlich – lt. veröffentlichen „Vorschriften“ – nicht geben sollte. Aber „Vorschriften“ müssen in diesen Zeiten sein. Wenn man aber als Veranstalter überleben will, muss man aber auch schon mal „ein Auge zudrücken“.

Eigentlich ist da die „Park- und Bedarfscampingplatzordnung“, Stand Februar 2022, gnadenlos. Dort ist z.B. zu lesen:

„§11 Der Aufbau eigener Tribünen ist nur in Layhergerüst-Bauweise mit einer max. Höhe der Aufenthaltsplattform von 1,50 m erlaubt (vom Boden aus gemessen). Der Nürburgring behält sich vor, Layhertribünen/Gerüste abbauen zu lassen, wenn diese eine Gefährdung für andere Besucher oder den Rennbetrieb darstellen. Eine Anbringung von Planen/Bannern zur Verkleidung der Layhertribünen ist aus Gründen der Standsicherheit (Windlast) nicht erlaubt. Selbst errichtete Tribünen in Holzbauweise etc. sind generell verboten und werden durch den Nürburgring zu Lasten des jeweiligen Verursachers entfernt und das Material entsorgt. Technische Hilfsmittel zur Verbesserung der Sicht wie z. B. Hubarbeitsbühnen, Scherenbühnen, Kranwagen o. ä. sind verboten. Dies gilt auch für die Platzierung solcher Hilfsmittel innerhalb der Park- und Campingbereiche. Außerdem ist der Aufbau von Masten aller Art aus Sicherheitsgründen verboten. Bei Zuwiderhandlung werden die betreffenden Geräte zu Lasten des Verursachers vom Gelände entfernt.“

Beim Veranstalter sieht man das offenbar etwas lockerer. Wer sich da da durchsetzen wird – der Verpächter, der Veranstalter oder der Besucher – das hängt u.a. auch vom Vertrag ab, den der Veranstalter abgeschlossen hat, weil eigentlich bei einer Streckenvermietung auch das Hausrecht auf den Veranstalter übergeht.

Aber am Nürburgring war es eigentlich immer schon so, dass jemand der nichts zu bestimmen hatte, es selber schuld war. Letztes – nicht schönes – Beispiel war sicherlich, das auf einem Gebiet das der Gemeinde Nürburg gehört, der Zuschauer bei einer Veranstaltung unberechtigt abkassiert wurde. - Natürlich waren das dann „Übergriffe der Ordner“.

Aber jetzt, für das 24h-Stunden-Rennen, hat die Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG in Verbindung mit dem Veranstalter, ADAC Nordrhein, im gesamten Zuschauerbereich gute Voraussetzungen für einen Besuch geschaffen. Selbst dem oft als trist empfundenen „Boulevard“ versucht man zum 24h-Rennen das Flair einer Flaniermeile zu geben. Da dient dann das Gerüst der sonst nutzlosen – mehr als 10 Millionen teuren - Achterbahn – immerhin (!) - zum Aufhängen von Großfotos, zu denen mir der Veranstalter schreibt:

...“Die Idee zur Dekoration des ring°boulevards kam vom Veranstalter und wurde in Absprache mit den Verantwortlichen des Nürburgrings technisch umgesetzt. Bei der Bildauswahl haben wir uns bemüht, die Bandbreite der Rennfahrzeuge aus 49 Veranstaltungen abzubilden, daher sind es auch nicht nur Gesamtsieger, die auf den Bildern zu sehen sind. Eine Beratung durch einen Hersteller (falls damit Automobilhersteller gemeint ist)  gab es nicht.“...

Das ist dem Veranstalter gut gelungen. Ich hatte bei meiner Vorbesichtigung allerdings den Eindruck, dass hier „BMW-Versteher“ am Werk waren. Den ersten Gesamtsieg, 1970, kann man auf drei Fotos erleben. 1997 zeigt man z.B. auch – mit der richtigen Start-Nummer – das Gesamtsiegerauto von Sabine Schmitz, einen BMW M3. Nur Insider wissen, warum Sabine Schmitz hier gewinnen konnte. Kris Nissen könnte sicherlich dazu etwas erzählen. Aber als VW-Vertragsfahrer (damals), ist ihm sicher heute noch „der Mund verboten“.

Dieser Auszug aus der Ergebnisliste zeigt, wie schnell ein VW Golf-Renndiesel 1997 schon in seiner schnellsten Runde im Vergleich zu einem BMW M3 war. Das zweite Foto mit einer offiziellen Auflistung der ersten Drei im Jahre 1998 zeigt, wie deutlich der BMW-Renndiesel dem damaligen BMW M3 (Platz 3) in seiner schnellsten Runde überlegen war. Grund genug, den BMW Diesel nach den Rennsieg in einem Provinz-Laden verstauben zu lassen. - Für das BMW Marketing war der Diesel-Sieg „unpassend“! - Damals wie heute!

Im „ring°boulevard“ ist dann auch zum 24h-Rennen auf dem Foto zum Rennen des Jahres 1998 ein interessanter Renault zu sehen, der leider nach 66 (von 137) Runden ausfiel. Sicherlich ist dieses Beispiel für 1998 auch im Interesse von BMW, die auch keinen der damaligen Siegfahrer mit dem BMW-Diesel, für das „BMW Legenden“-Rennen benannt haben. - Zufall?

Um bei dieser Gelegenheit die Fragen meiner Leser zu beantworten, warum das „Legenden-Rennen“ auf dem Grand-Prix-Kurs und nicht auf der Nordschleife durchgeführt wird:

Nein, das liegt nicht am Alter der Teilnehmer! - Die müssten aber nach dem (unberechtigten?)  Willen des DMSB ein Nordschleifen-Permit besitzen. Das hätte für BMW einen zu hohen Kostenaufwand bedeutet. Für ein einziges kleines Rennen in der Provinz!

Die FIA interessiert die lokale „Vorschrift“ des DMSB nicht! Ein Nordschleifen-Permit wurde bei den WTCR-Läufen, bei denen die FIA als Veranstalter fungiert, niemals gefordert. Weil mit so einem Nordschleifen-Permit offenbar nur Provinz-Rennfahrer ausgestattet sein müssen, aber niemals echte „profi-wm- racer“ bei echten – internationalen WM-Läufen der FIA!

MK/Wilhelm Hahne

Anmerkung: Wen interessiert, wie der BMW-Renndiesel, Gesamtsieger beim 24h-Rennen 1998, entstanden ist, der kann das noch mal mit einem KLICK HIER in einer Motor-KRITIK-Geschichte aus 2019 nachlesen! - Sozusagen „eine Geschichte mit der Maus“!

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„Je oller – je doller!“ - Fundstück #1 aus 2000:

"Der Markenwert wird bei Firmenverkäufen immer wichtiger", schreibt das "manager-magazin". Warum man dann u.a. als Beispiel BMW und deren Bemühen um einen besseren Markenwert zitiert, ist Kennern eigentlich unverständlich. Denn wer will schon BMW verkaufen? Die Familie Quandt nicht. Da gibt es eindeutige Statements. Und trotzdem macht sich so jeder seine Gedanken. BMW auch solche um die Verbesserung seines Markenwertes. Da hat man James Bond gerne genutzt. Oder besser: den neuen James Bond-Film, der schon für Jugendliche ab 12 Jahre zugelassen ist. Obwohl doch der BMW Z 8, den 007 u.a. als Dienstwagen nutzt, eigentlich ein "scharfes Auto" ist. BMW war in der Verbreitung der Geschehnisse um den Einsatz des BMW Z 8 in dem neuen 007-Streifen so wahrhaft, wie man sich auch in letzten Wochen und Monaten - mit Rücksicht auf die Börse z.B. - (oder aus anderen "Rücksichten") verhalten hat. Im Falle des BMW Z 8 im James Bond-Film wahrscheinlich, weil man wahrscheinlich an einem "geldwerten Sympathiegewinn" zur Verbesserung des Markenwertes interessiert war. - Doch alles war ein wenig anders. Im Film wurden wir "gefilmt"!

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